Gardening…

Seit einigen Jahren unterstütze ich meine Eltern ihren Kleingarten zu bearbeiten und arbeite mich mehr und mehr in das Gärtnern ein. Auf der einen Seite erlebe ich hautnah, wie die Pflanzen durch die veränderte Wetterlage anfälliger sind für Krankheiten, Pilze oder andere Schädling. Auf der anderen Seite baue ich eine Beziehung zu den Pflanzen auf und möchte, dass es Ihnen gut gehe. Ich sorge mich um sie und suche danach, was sie brauchen, um gesund zu sein, zu wachsen und zu gedeihen.

Sobald ich im Garten ankomme, laufe ich erst einmal durch den Garten und schaue, was wie gewachsen ist. Dieses Jahr hat unser Aprikosenbaum, das erste Mal viele Früchte. Ich kann es kaum erwarten, dass sie reif werden. Ich bin erstaunt, wie die Kürbispflanzen wuchern und ich unter dem Blättermeer kleine oder gar große Früchte entdecke.

Es beginnt mit dem Planting the Seeds- was säe ich aus? Von was möchte ich Früchte ernten?

Und geht weiter mit dem Taking  Care –Wie begleite ich das, was ich säe?

Und nach dem Verblühen und/oder Ernten – wie kompostiere ich das? Wie findet das geerntete Material wieder seinen Weg zurück in den Kreislauf.

Mit dem Körper ist es ähnlich, die Samen sind Bewegungsangebote, Aufmerksamkeit und Fürsorge, das Taking Care ist das lebenlange Dranbleiben! und was ist dann das Kompostieren?

Anfang Juli habe ich ein fantastisches Stück „Figures in Extinction“ in drei Teilen vom Nederlands Dance Theatre gesehen, das mich immer noch bewegt. Im Requiem ging es um die Beziehung zwischen Leben und Tod. Hier beschäftigt mich noch die These von John Berger:

„The dead surround the living. The living are the core of the dead. In this core are the dimensions of time and space. What surrounds the core is timelessness.“

In unserer Gesellschaft, die ohne Kapitalismus gerade nicht denkbar ist, bekämpfen wir den Tod. Er wird unsichtbar gemacht. Longevity soll uns ewige Zukunft ermöglichen, aber gleichzeitig produziert Kapitalismus mit seinem Extraktivismus Tod und Elend und unterbricht den Kreislauf von Leben und Sterben.

John Berger schreibt dazu: „How do the living lie with the dead? Until the dehumanization of society by capitalism, all the living awaited the experience of the dead. It was their ultimate future. By themselves the living were incomplete. Thus living and dead were interdependent. Always. Only a uniquely modern form of egotism has broken this interdependence. With disastrous results for the living, who now think of the dead as eliminated.“ (https://harpers.org/archive/2008/09/on-the-economy-of-the-dead/

In dieser möglichen Endzeit – so hörte ich im Radio, die Kappe vom Atomkraftwerk Tschernobyl sei beschäftigt worden –  ist der Tod und die Angst vor dem Tod auch präsent in der zunehmenden Militarisierung.
Wie schaffen wir Raum für diese Angst vor dem Tod?

Das Caring für die Toten und das Wahrnehmen des Todes um uns herum, wie er in Gaza mit diesem Genozid täglich passiert, auch wenn die Nachrichten diese Informationen nicht oder wenig senden.

Wie können wir den Tod in uns fühlen und auch bemerken, dass es der Tod ist, der uns mit der Vergangenheit verbindet und Zukunft schafft. Das in uns täglich viele Zellen sterben müssen, weil wir sonst krank werden würden. Fehlt der programmierte Zelltod kann Krebs entstehen.
Manche sehen den Kapitalismus als das Krebsgeschwür der Erde, aber wie werden wir dieses Krebsgeschwür los?

Wie bauen wir Gemeinschaften auf, die füreinander sorgen und auch in Katastrophenzeiten oder Zeiten des Zusammenbruchs füreinander da sind? Der Umweltaktivist Suzuki spricht davon, dass wir jetzt anfangen sollten, uns um die Gemeinschaften zu kümmern und zu schauen, was eigentlich in unserer Nachbarschaft geschieht.

Machst Du das schon? Oder was hindert Dich daran?

Wie können wir gemeinschaftlich etwas Neues säen, von dem wir noch nicht wissen, wie es wächst und gedeiht, aber weil wir uns darum kümmern, darf etwas Neues entstehen.

Hier kommen jetzt ein paar inhaltliche Themen, die ich sehr wichtig finde und deswegen mit Euch teile:

Maja T.

Ich möchte hier auf Maja T.  aufmerksam machen. Maja T. wurde vor über einem Jahr widerrechtlich nach Ungarn ausgeliefert und befindet sich seitdem in Isolationshaft. Mehr Informationen könnt ihr unter https://www.basc.news/ oder https://www.kanu.me/ finden. Die Bundesregierung setzt sich bisher viel zu wenig für Ihre Rückführung ein, deswegen ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen sich für Maja einsetzen. Zum Beispiel kann man an den Außenminister Wadephul schreiben: https://www.bundestag.de/services/formular/contactform?mdbId=1047914

oder auch diese Petition unterzeichnen, in der es darum geht, zukünftig solche illegalen Aktionen der Polizei zu verhindern.

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2025/_02/_07/Petition_177612.html

Tips für den Sommer:

Falls Ihr noch nichts vorhabt, vielleicht wollt ihr mal beim Systemchange Camp vorbeischauen oder beim Kollapscamp

Interessanter Hörtipp: die peter thiel story